Mehr als nur ein gutes Gewissen
Karitative Projektarbeit bei OeH: von der Idee bis zur Umsetzung am Beispiel des Projekts „HIV-Prävention in Südafrika“.
Das gemeinsame Musizieren in der Marimba-Band schafft Vertrauen und hilft bei der HIV-Präventionsarbeit mit den Jugendlichen.
Seit der Vereinsgründung 1999 hat Officium et Humanitas e.V. weit mehr als 20 karitative Projekte auf vier Kontinenten erfolgreich organisiert und durchgeführt. Sie bilden das Herzstück des Vereins und spiegeln die Einstellung seiner Mitglieder bestens wider. Mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung, Pragmatismus und Selbständigkeit wird das persönliche Engagement in konkreten Projekten umgesetzt, um anderen Menschen aktiv zu helfen.
Anhand des Projekts „Förderung eines HIV-Präventionsprogramms in Phillippi/Kapstadt (Südafrika)“, das wir 2004 initiierten, soll hier exemplarisch vorgestellt werden, wie bei OeH aus einer Idee ein erfolgreich umgesetztes Projekt wird.
Projektidee und Projektvorstellung
Bevor bei OeH ein karitatives Projekt in die Tat umgesetzt wird, müssen mehrere Phasen durchlaufen werden. Neben der Entwicklung einer guten Projektidee muss der Projektinitiator zunächst auch
die Mehrheit der Vereinsmitglieder davon überzeugen, dass es sich hierbei um ein sinnvolles Projekt für den Verein handelt. Dies geschieht in Form einer Projektvorstellung, die zumeist persönlich
auf einer Mitgliederversammlung, manchmal jedoch auch schriftlich per Email an alle Mitglieder, erfolgen kann.
Ob die Mitgliederversammlung dann in der offenen Abstimmung mehrheitlich für die Durchführung des Vorschlag stimmt, hängt maßgeblich von der Einhaltung präzise definierter Projektkriterien ab,
die der Verein als Entscheidungsgrundlage nutzt.
Die Projektkriterien des Vereins gelten als Orientierungshilfe dafür, ob ein konkretes Projekt unterstützt wird oder nicht.
- Nachhaltigkeit
- Hilfe zur Selbsthilfe
- Erzielung einer Breitenwirkung mit geringen Mitteln
- Kontrollmöglichkeiten des vereinbarten Mitteleinsatzes vor Ort
- Aktive Einbindung von Mitgliedern
Bei „HIV-Prävention in Südafrika“ kam die Projektidee wie so häufig durch persönliche Impulse zustande: Ein südafrikanischer Studienfreund des OeH-Mitglieds Andreas Ries stellte über seine Eltern
in Kapstadt den Kontakt zu Pastor Otto Kohlstock her, der bereits seit vielen Jahren im Township Phillippi sozial tätig war.
Nach Ausarbeitung der Projektdetails stellte Andreas dann im November 2004 seine Projektidee in der OeH-Mitgliederversammlung vor. Nach einer intensiven Diskussion stimmte die Mehrheit der
Mitglieder in der anschließenden Abstimmung für eine Durchführung des Projekts.
Projektumsetzung und Kontrolle vor Ort
Nach einem positiven Beschluss durch die Mitgliederversammlung beginnt der Projektkoordinator schnellstmöglich mit der Umsetzung des Projekts, während der Schatzmeister des Vereins die
bewilligten Mittel an den Einsatzort transferiert.
Um den Mitteleinsatz und den Projektfortschritt kontrollieren zu können, werden einem Projekt stets vertrauenswürdige Personen vor Ort zugeordnet, die mit OeH in Kontakt stehen und möglichst
regelmäßig Bericht erstatten.
Beim HIV-Präventionsprojekt in Südafrika wurde die Projektkontrolle gleich durch mehrere solcher Kontaktpersonen vor Ort sichergestellt: Neben den Bekannten von Andreas in Kapstadt berichteten
sowohl Pastor Kohlstock als auch die Psychologin und Betreuerin Palesa Dinale regelmäßig über ihre Aktivitäten im Township Phillippi.
Projektabschluss, Refinanzierung und Anschlussprojekte
OeH legt in seinen Projekten Wert darauf, stets konkrete Vorhaben zu unterstützen, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und somit keine „Dauerunterstützung“ zu gewähren. Deshalb ist die
Projektförderung in der Regel genau bestimmt und zeitlich begrenzt. Um eine Weiterführung der von OeH eingeleiteten Maßnahmen vor Ort zu ermöglichen, sind konkrete Refinanzierungsideen daher oft
bereits Bestandteil des Projektvorschlags.
Im Laufe eines Projekts stellt sich zumeist deutlich heraus, wie effizient, wirkungsvoll und vertrauensvoll die Durchführung mit den Projektpartnern vor Ort verläuft. Zudem werden aus dieser
fruchtbaren Zusammenarbeit oft gute neue Projektideen geboren. Deshalb initiiert und fördert OeH auch gerne Anschlussprojekte mit vertrauensvollen Kontaktpersonen.
Die Aufbauphase des HIV-Präventionsprojekts in Kapstadt wurde von OeH für insgesamt drei Jahre co-finanziert. Zudem wurden weitere Aktionen zur Unterstützung des Projektes durchgeführt, wie
beispielsweise ein separater Spendenaufruf, Spendensammlung auf der OeH Gala 2005 und im OeH Weihnachtsbrief. Folgeprojekte nach dieser guten und erfolgreichen Zusammenarbeit mit Pastor Kohlstock
sind in Planung.