Wasser und das nötige Know-how

In Burkina Faso förderte Officium et Humanitas e.V. die Anschaffung einer Wasserpumpe für Kleinbauern.

Diese wurden im Rahmen eines Projektes darin geschult, wie sie ihre landwirtschaftlichen Erträge durch die Förderung nachhaltiger Anbaumethoden und den Zusammenschluss in Kooperativen steigern.

Über den persönlichen Kontakt zu einem in Burkina Faso tätigen Entwicklungshelfer konnte Officium et Humanitas e.V. zwischen 2001 und 2003 in einer kleinen Ortschaft des westafrikanischen Landes die Anschaffung einer Wasserpumpe fördern, um damit die Voraussetzungen für eine ertragreichere Landwirtschaft zu schaffen. Somit wurde den Betreibern einerseits eine höhere landwirtschaftliche Produktion und andererseits auch Zusatzeinnahmen zum Beispiel durch die Vermietung der Pumpe ermöglicht.

Da viele der einheimischen Bauern nur geringe Flächen (oft weniger als zwei Hektar) bewirtschaften und oft nur gerade genug Nahrung für sich und ihre Familie produzieren, zielte das Projekt vor allem darauf ab, die Produktivität durch die Förderung nachhaltiger Anbaumethoden zu steigern und zudem den Kleinbauern zu zeigen, wie ein gegebenenfalls vorhandener Nahrungsüberschuss durch Verkauf auf lokalen Märkten zur Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen und sozialen Situation führen kann.

Schulungen

In einem ersten Schritt wurden Kleingruppen einheimischer Bauern in adäquaten Anbaumethoden und wirtschaftlichem Arbeiten geschult. Insgesamt erhielten 90 Personen aus 10 verschiedenen Gruppen Kenntnisse in Führung, Koordination und Organisation von Bauernvereinigungen. Dabei wurden sowohl rechtliche, betriebswirtschaftliche als auch gesellschaftspolitische Kriterien berücksichtigt, ohne die praktische Bedeutung solcher Vereinigungen (Werkzeugnutzung, -wartung etc.) in den Hintergrund zu stellen. Die Schulungen wurden in Kooperation mit der Organisation "L´Association pour le Développement et le Progrès dans la Liberté au Sahel“ (DAP/LS) von einem Agrarwirtschaftler mit Zusatzausbildung in Betreuung und Beratung von Landwirten durchgeführt.

Material und Finanzierung

In einem weiteren Schritt wurden den Bauerngruppen eine Wasserpumpe sowie anderes Werkzeug wie Gießkannen, Hacken und Schubkarren zur Verfügung gestellt, die diese nun eigenverantwortlich nutzen, warten und verwalten. Die Wasserpumpe sowie das andere Arbeitsmaterial lässt sich an andere Bauerngruppen vermieten, um von den Mieteinnahmen unter anderem den Unterhalt der Pumpe zu finanzieren. Weiterhin wurden im Rahmen eines Kreditfonds Gelder gewährt, die eine Anschubfinanzierung für die dann eigenverantwortliche und selbständige Finanzierung von Saatgut und Düngemittel darstellten. Der Kreditfonds wurde bei der DAP/LS eingerichtet und steht allen Interessenten der Vereinigung offen. Die zurückgezahlten Gelder werden jeweils in der nächsten Saison wieder zur Verfügung gestellt. Ein Monitoring-Team prüft Anfragen auf Machbarkeit und Rentabilität sowie Garantiefähigkeit der Antragsteller, auch durch Besuche vor Ort.
Aufgrund eines Wechsels der Verantwortlichen bei DAP/LS im Jahre 2004 wurde die bisher gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit leider negativ beeinflusst. Da sich seitens OeH der Eindruck verstärkte, dass die Kontrolle vor Ort nicht mehr in ausreichendem Maße gewährleistet war und somit die direkte Weitergabe der Spendengelder für weitere Sachmittel und Fortbildungsmaßnahmen in Frage gestellt war, entschloss sich OeH letztendlich, die Förderung dieses Projekts zu beenden.