Großprojekt Dachausbau
Hilfe für verzweifelte Frauen und Mütter stand im Mittelpunkt unseres mehrjährigen Engagements für ein Frauenhaus in Frankfurt.
Bereits im Jahr 2002 hatte Officium et Humanitas e.V. im Rahmen der Unterstützung von Betroffenen der Hochwasserkatastrophe in Deutschland die Realisierung von eigenen Hilfsprojekten auch vor der eigenen Haustür nicht nur als wünschenswertes Ziel in mittelfristiger Zukunft ausgegeben, sondern auch begonnen, dies in immer stärkerem Maße durch Diskussionen und Beteiligungen diverser Projektideen konkret umzusetzen. 2004 war es dann soweit: durch den privaten Kontakt OeH-Mitglieds Silke Haug zur damaligen Vorsitzenden der Frankfurter Frauenhausgemeinschaft Dorothea Schneider entstand das Konzept für das erste „Großprojekt“ des Vereins in Deutschland.
Im Stadtteil Fechenheim liegt eines der Frankfurter Frauenhäuser, das seit Mitte der 70er Jahre verzweifelten Frauen seine Dienstleistungen anbietet. Die äußeren Lebensbedingungen sind dabei von großer Bedeutung für eine erfolgreiche Sozialarbeit mit den kurz- bis mittelfristig und oft mit ihren Kindern untergebrachten Frauen. Aufgrund der stark begrenzten finanziellen Möglichkeiten der öffentlichen Haushalte wie auch der Stadt Frankfurt ist das Frauenhaus in Fechenheim immer wieder auf Fundraising-Aktivitäten angewiesen, um die Unterbringung der Frauen vor Ort zu verbessern.
Unterstützung bei der Finanzierung des Dachausbaus
Seinerzeit bot das Frauenhaus in Frankfurt-Fechenheim 36 Plätze für Frauen und Kinder, wobei sich diese Plätze auf nur 15 Zimmer verteilten. Für eine dringend notwendige Erweiterung bot die
Liegenschaft des Frauenhauses Reserven vor allem im Dachgeschoß, welches sich jedoch in einem völlig unbewohnbaren Zustand befand. Durch den von OeH geförderten Ausbau entstanden weitere 4 Zimmer
sowie ein Bad- und WC-Bereich. Der gesamte Finanzierungsbedarf für diese Baumaßnahme belief sich auf rund 250.000 Euro.
OeH unterstützte seit 2004 durch vielfältige Maßnahmen das Fundraising für den Dachausbau. Es gelang hierbei in stetigem Zusammenwirken mit zahlreichen Kooperationspartnern, innerhalb von nicht
einmal drei Jahren den Löwenanteil der Bausumme durch Spenden einzusammeln, so dass das Frauenhaus nur noch einen überschaubaren Betrag im mittleren fünfstelligen Bereich selbst finanzieren
musste. Finanzmittel resultierten unter anderem aus einem umfangreich gestalteten Weinverkauf zuvor selbst gelesenen Weins.
Darüber hinaus wirkte OeH bei der Gewinnung weiterer Kooperationspartner und Förderer für das Projekt mit. Eine wesentliche Zusammenarbeit stellt die Beteiligung des Frauenhauses bei den in
Frankfurt veranstalteten Aktionen der V-Day Bewegung dar. Die V-Day Bewegung wurde 1998 von der durch die "Vagina Monologe" bekannt gewordene Autorin Eve Ensler ins Rollen gebracht und setzt sich
weltweit für die Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder ein.
Das Dolmetscherbudget
Weitere Unterstützung durch OeH erhält das Frauenhaus über die Bereitstellung eines Dolmetscherbudgets. Denn für eine große Zahl der häufig aus dem Ausland stammenden Frauen, in Frankfurt pro
Jahr etwa 60 Frauen, lässt sich die notwendige Kommunikation mit Behörden und Rechtsanwälten nur gewährleisten, wenn Dolmetscherinnen eingesetzt werden. Die Frauenhäuser in Frankfurt haben ein
Netz von nicht-kommerziellen Dolmetscherinnen aufgebaut, die oft selbst ehemals misshandelt worden sind und die Hilfe der Frauenhäuser beansprucht haben.
Diese Dolmetscherinnen sind also mit der Problemlage misshandelter Frauen vertraut und verlangen für ihre Dienste eine bloße Aufwandsentschädigung. Die Frauenhäuser des Frankfurter Vereins können
durch die laufende Unterstützung von OeH der jeweiligen Dolmetscherin pro Stunde einen Betrag von 15 Euro zukommen lassen. Pro Jahr wird hierdurch ein finanzieller Bedarf von rund 1.000 Euro
abgedeckt.
Darüber hinaus konnten über OeH verschiedene Sachspenden wie zum Beispiel gut erhaltene Büromöbel organisiert werden. Ebenso wurde der Bau eines Spielplatzes am Frauenhaus in Fechenheim mithilfe
von OeH realisiert.