Projekt Erlenbusch Hamburg

Projekt Arche
9. September 2017
Mitgliederversammlung am 09.06.2018
9. Januar 2018
 

Musikbasierte Kommunikation im Erlenbusch

Seit 2016 fördert OeH das Projekt der musikbasierte Kommunikation im Erlenbusch, welches wir Ihnen im Folgenden mit einer Beschreibung aus Sicht der Leitung des Erlenbuschs kurz vorstellen möchten.

Der Erlenbusch, eine Einrichtung der Martha Stiftung, ist eine Wohneinrichtung für 42 Kinder und Jugendliche mit Körper-  und Mehrfachbehinderungen in Hamburg-Volksdorf.

In den fünf verschieden großen Wohngruppen des Erlenbusches bieten wir den Kindern und Jugendlichen ein familienergänzendes Zuhause. Die Besonderheit unseres Hauses ist die hohe Fachlichkeit der Betreuung in ausgesprochen familiärer Atmosphäre. Unsere Fachkräfte (Pädagogen, Therapeuten, Krankheits- und Gesundheitspfleger) bieten auf der Basis individueller Hilfepläne den Kindern ein förderliches Alltagsumfeld, so dass jedes Kind seinen individuellen Entwicklungsweg finden und gehen kann. Diese Entwicklungswege können behinderungsabhängig sehr unterschiedlich sein. Wir begleiten und unterstützen die Kinder auf ihren Weg und freuen uns mit ihnen und ihren Eltern über Schritte in die Selbständigkeit. Immer ist es dabei unser Ziel, allen Kindern einen Alltag in kindgerechter Atmosphäre und mit hoher Lebensqualität zu ermöglichen.

Seit Januar 2016 unterstützt Officium et Humanitas die Musiktherapie im Erlenbusch und darüber sind sowohl die Kinder, als auch die Mitarbeiter mehr als glücklich.

Bis Anfang 2017 war es der von uns allen sehr geschätzte Musiktherapeut Hansjörg Meyer, der einmal pro Woche, quasi auf der Durchreise von Flensburg nach Karlsruhe, zu uns kam, doch leider hat er seinen Wirkungskreis nun vollkommen in den Süden verlegt, so dass er nur noch für Workshops in den Ferien zur Verfügung steht. Sein Platz konnte jedoch nahtlos von Thekla Kersken, einer würdigen, jungen Nachfolgerin, besetzt werden.

Die Grundlage für die musiktherapeutische Arbeit ist die, von Hansjörg Meyer postulierte und ausführlich dargelegte, Einheit von Körper, Emotionen und Musik.

Weil es schwer behinderten Menschen nur selten möglich ist, mit einem Instrument im eigentlichen Sinne zu spielen, ihnen aber der eigene Körper mit seinen Ausdrucksmöglichkeiten über Atmung, Stimme und Bewegungen zur Verfügung steht, betrachtet Hansjörg Meyer den Körper als Ausgangsmedium für Ausdruck und Mitteilung, als Instrument.

Er übersetzt Körpersignale, körperliche und stimmliche Äußerungen, Atemrhythmus, erspürte Stimmungen, in Musik – er versteht sich sozusagen als der Interpret dessen, was der behinderte Mensch auf diese Weise "komponiert". Als Interpret arbeitet er mit seinen intuitiven Fähigkeiten, sich in einen Menschen und seine noch unhörbare Musik einzufühlen, dessen kompositorische Absichten zu erspüren und sie in hörbare Musik umzusetzen. (Rezension socialnet)

Jeder Mensch, der hören, oder Rhythmen erspüren kann, ist musikalisch erreichbar – auch und im Besonderen gilt dies für Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung.

Die musikbasierte Kommunikation ermöglicht das In Kontakt Kommen in einer Sprache, die alle Menschen verstehen und die über sprachliche und intellektuelle Grenzen hinweg wirkt: Die Musik!

Diese Form der Kommunikation und Teilhabe und obendrein noch jede Menge Spaß macht Officium et Humanitas im Erlenbusch möglich!

Nachdem, wie in der Beschreibung erwähnt, Herr Meyer berufsbedingt die Therapiestunden seit 2017 leider nicht mehr in Hamburg wahrnehmen kann, hat Musiktherapeutin Thekla Kersken diese Aufgabe im Erlenbusch übernommen. Somit konnte das Konzept der musikbasierten Kommunikation zur Freude des Erlenbuschs und von OeH fortgesetzt werden. Frau Kersken führt derzeit zweimal in der Woche Therapiestunden mit den Kindern des Erlenbuschs sowohl in Einzel- als auch Gruppenterminen durch. In der Einzelsituation geht es, wie schon damals mit Herrn Meyer, in erster Linie um musikbasierte Kommunikation. Sie versorgt in diesem Angebot weiterhin die am schwersten betroffenen Kinder im Erlenbusch, die ansonsten wenig bis gar keine Möglichkeit haben, sich mitzuteilen.

Zudem werden regelmäßig Workshops im Erlenbusch durchgeführt, bei denen auch die Mitarbeiter des Erlenbuschs Elemente der musikbasierten Therapie kennenlernen und praktisch anwenden können.

Sowohl die Mitarbeiter des Erlenbuschs als auch wir von OeH sind begeistert von den Reaktionen der Kinder und wir möchten dieses wertvolle Projekt deshalb gerne auch zukünftig weiter unterstützen.


Eindrücke aus dem Erlenbusch


Video aus dem Erlenbusch