Wie ein glücklicher Zufall der Dorfschule von Kiungani half

Über Kontakte zur Familie Spatz unterstützt Officium et Humanitas e.V. seit 2005 die Finanzierung von Hilfsmaßnahmen für die Makindu Dorfschule in Kiungani in Kenia.

So fing alles an - Schüler vor den alten Schulbauten (2004).
So fing alles an - Schüler vor den alten Schulbauten (2004).

Wenn Agnes Juma über das Schulgelände der Dorfschule von Kiungani läuft, bleibt sie manchmal noch immer etwas ungläubig stehen: „Unglaublich, was wir in den vergangenen fünf Jahren erreicht haben. Vor einigen Jahren hatten wir nur Holz- und Blechbaracken als Klassenzimmer, die Dächer waren oftmals undicht und da wir keine Tische und Bänke hatten, fand der Unterricht oft auf dem Boden sitzend statt.“

„Besondere während der Regenzeit konnte es sehr ungemütlich werden“, sagt sie, da der Regen einerseits durch die undichten Dächer tropfte, andererseits der unbefestigte Boden allmählich feucht wurde. „Es gab keine Fenster in den Zimmern und die sanitären Anlagen waren äußerst notdürftig. Heute können wir unsere Schüler in schönen Klassenzimmern unterrichten, die Gebäude sind solide aus Stein auf festen Fundamenten errichtet, wir haben Tische und Bänke bekommen, Regen und Kälte werden durch dichte Fenster und Dächer abgehalten. Die Kinder bekommen von uns ein Mittagessen, da viele Eltern es sich nicht leisten können, ihren Kindern Verpflegung für den Schultag mitzugeben.“

Agnes Juma unterrichtet an der Makindu Primary School, einer Dorfschule in Kiungani, tief im Westen von Kenia nahe der Grenze zu Uganda. Die nächste größere Stadt ist Kitale und die Hauptstadt Nairobi ist 300 Kilometer entfernt. Die Schule besuchen circa 650 Kinder bis zur 8. Klasse, die Schülerzahlen steigen jährlich an. Aktuell gibt es 12 Lehrer, die Klassen haben eine durchschnittliche Größe von mehr als 50 Schülern. Neben der Dorfschule gibt es auf dem Schulgelände auch einen Kindergarten, den etwa 100 Kleinkinder besuchen.

Die oben geschilderten Bedingungen sind typisch für kleinere Schulen in Kenia. Die staatliche Förderung, falls vorhanden, erreicht meist nur die großen Schulen der Provinzhauptstädte, manchmal versickern die offiziellen Gelder auch in undurchsichtigen Kanälen der lokalen Bürokratie. Dazu kommt, dass die meisten Menschen auf dem Land ihren Lebensunterhalt durch Gelegenheitsjobs verdienen, der monatliche Durchschnittslohn eines Arbeiters liegt zwischen 15 und 30 Euro. Das reicht gerade für das Notwendigste. Für die Schul- und Weiterbildung der Kinder bleibt entsprechend nicht viel übrig.

Dass sich an der Schule in Kiungani in den vergangenen Jahren so vieles änderte, begann wie so oft mit einem glücklichen Zufall. Die Tochter von Agnes kam vor einigen Jahren nach Deutschland, um dort zu studieren. Dabei lernte sie ihren zukünftigen Mann kennen. Er und seine Familie diskutierten viel darüber, wie man die Unterrichtsbedingungen in Kiungani verbessern könnte. Es blieb jedoch nicht nur beim Reden, sondern Familie Spatz startete ein Hilfsprojekt, das sich zu einem großen Erfolg entwickelte. Zuerst im Kleinen bei Freunden und Bekannten, später dann gezielt auch auf Veranstaltungen wie Floh- und Weihnachtsmärkten und über den Kontakt zu deutschen Schulen und Kindergärten in der Umgebung wurden die ersten Spendengelder gesammelt. Bald schon konnten damit die ersten Beträge nach Kenia überwiesen werden.

Dass sich an der Schule in Kiungani in den vergangenen Jahren so vieles änderte, begann wie so oft mit einem glücklichen Zufall. Die Tochter von Agnes kam vor einigen Jahren nach Deutschland, um dort zu studieren. Dabei lernte sie ihren zukünftigen Mann kennen. Er und seine Familie diskutierten viel darüber, wie man die Unterrichtsbedingungen in Kiungani verbessern könnte. Es blieb jedoch nicht nur beim Reden, sondern Familie Spatz startete ein Hilfsprojekt, das sich zu einem großen Erfolg entwickelte. Zuerst im Kleinen bei Freunden und Bekannten, später dann gezielt auch auf Veranstaltungen wie Floh- und Weihnachtsmärkten und über den Kontakt zu deutschen Schulen und Kindergärten in der Umgebung wurden die ersten Spendengelder gesammelt. Bald schon konnten damit die ersten Beträge nach Kenia überwiesen werden.

Aufschwung

Alle Schulbänke sind besetzt in dem neu gebauten Klassenzimmer (2007).
Alle Schulbänke sind besetzt in dem neu gebauten Klassenzimmer (2007).

Inzwischen konnten durch die privaten Sammelaktionen der Familie Spatz, denen sich auch Kindergärten, Schulen und kirchliche Einrichtungen der Region immer wieder anschließen, und von den Spendengeldern von OeH die Lern- und auch Lebensbedingungen der Schüler in Kiungani erheblich verbessert werden. Bereits acht Klassenräume sind fertig gestellt, als nächstes wird der Kindergarten neu aufgebaut mit zwei großen Räumen für die Krabbel- und die Vorschulkinder. Alle Schüler und Kindergartenkinder erhalten jetzt kostenloses Essen, so dass keiner mehr hungrig am Unterricht teilnehmen muss.

Die Schule selbst trägt ebenfalls zum Aufschwung bei, da innerhalb des Lehrkollegiums regelmäßig die für die kommenden Jahre wichtigsten anstehenden Aufgaben und Ziele abgestimmt werden. Dazu zählen neben der Verbesserung der infrastrukturellen Gegebenheiten auch die schrittweise Erhöhung der Unterrichtsqualität und damit auch des Ausbildungsniveaus der Schüler. Dies wird über neue Lernmaterialien und –techniken angegangen und jährlich über die in Kenia üblichen einheitlichen Prüfungen der Abschlussklassen nachverfolgt. In den vergangenen beiden Jahren lagen die durchschnittlichen Prüfungsergebnisse jeweils unter den TOP 5 innerhalb der Region und die u.a. durch die nun zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel eingeleiteten Maßnahmen  tragen die ersten sichtbaren Früchte.

Einweihung des neu gebauten Brunnens im Jahr 2007.
Einweihung des neu gebauten Brunnens im Jahr 2007.