Medizinische Notbetreuung Mogadischu/Somalia

Beteiligung am Cap-Anamur-Einsatz in Somalia: Unterstützung des Benadir-Krankenhauses in Mogadischu

Der Bürgerkrieg und die schlimmste Dürre seit 60 Jahren haben hunderttausende Somalier in die Flucht getrieben. Den Menschen in Mogadischu zu helfen, ist aufgrund der Sicherheitslage besonders schwierig. Dennoch unterstützt Cap Anamur aus Medizinern und Logistikern seit August 2011 das dort ansässige Benadir-Hospital.

 

Als im Oktober 2011 eine Entführungsdrohung auftauchte, mussten die Helfer für einige Wochen den Standort wechseln. Cap Anamur starteten Anfang November ein zweites Projekt: eine Ambulanz, ebenfalls in der Hauptstadt, in der somalische Flüchtlinge versorgt werden. Täglich wurden mit der Unterstützung von lokalen Mitarbeitern rund 350 Menschen der Flüchtlingsgemeinde versorgt. Die schweren Fälle wurden ins Benadir-Hospital überwiesen, das Cap Anamur nach wie vor mit Medikamenten ausstattet. Anfang Januar dieses Jahres konnten die Helfer zurückkehren ins das 600-Betten große Haus. Die neuen Bestimmungen ermöglichen, die Arbeit fortzuführen, denn sie umfassen strengste Sicherheitsvorkehrungen. Für Cap Anamur eine gute Nachricht, denn im Krankenhaus herrscht eine bessere Möglichkeit zur Versorgung der schwerstkranken Kinder.

 

Das Team, das aus Sicherheitsgründen auf dem Krankenhausgelände leben muss, unterstützt die vier Kinderstationen des Benadir-Hospitals. Der Logistiker kümmert sich um die Beschaffung der Medikamente, die medizinischen Geräte sowie die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten. Er organisiert außerdem den Aufbau einer Intensiv- und Überwachungsstation für Kinder. Das medizinische Team arbeitet auf allen vier Bereichen der Kinderstation, jeder von ihnen ist mit bis zu 80 Patienten mehr als ausgelastet. Die meisten Kinder sind gefährlich unterernährt. Durchfall- oder Malariaerkrankungen werden dadurch schnell lebensbedrohend. Seit der Einrichtung der Intensivstation können die schwerstkranken Kinder zumindest permanent überwacht und mit Sauerstoff versorgt werden. Doch der Mangel an lokalem Personal stellt die Mitarbeiter immer wieder vor eine große Herausforderung. Täglich kommen etliche neue Patienten dazu.

 

OeH unterstützt in folgenden Bereichen:

 

  1. Finanzierung einer Ärztin für ein Jahr. Neben der medizinischen Betreuung soll sie lokale Kräfte (insbesondere an den von OeH gestifteten) medizinischen Geräten ausbilden
  2. Stiftung von 1 Sonargerät sowie 2 Sauerstoffkonzentratoren
  3. Betriebswirtschaftliche Beratung: da bei Cap Anamur vornehmlich medizinisch und technischer Sachverstand vorhanden ist, wird sehr begrüßt, dass OeH bei der Erstellung eines Konzeptes zur nachhaltigen Finanzierung des Krankenhauses sowie der Übergabe an einen lokale Partner (LoI mit staatlicher Gesundheitsbehörde existiert bereits) behilflich ist.

Hier einige Bilder mit unserem medizinischen Gerät: