Chancen auf Bildung schaffen

OeH-Mitglied Patrick Sandmann schreibt über seine Erfahrungen in Laos, wo der Verein seit Jahren blinde Schüler unterstützt.

19. Juli 2007: Die Schulband des Gymnasiums Phiavat in Vientiane umrahmt eine Zeremomie zur Übergabe von Hilfsmitteln der Deutsch-Laotischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit OeH.
19. Juli 2007: Die Schulband des Gymnasiums Phiavat in Vientiane umrahmt eine Zeremomie zur Übergabe von Hilfsmitteln der Deutsch-Laotischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit OeH.

In Vientianne, der Haupstadt von Laos, unterstützen wir zusammen mit der Lao-German Society for Innovation and Development e.V. (Laotisch-Deutsche Gesellschaft, www.lao-german-society.org) das Gymnasium Phiavat. An dieser Schule werden blinde Schüler mit nicht behinderten Schülern in gemeinsamen Klassen unterrichtet. Dies ist ein bisher einmaliges Projekt in Laos. Die Laotisch-Deutsche Gesellschaft ist seit gut acht Jahren in Laos tätig. Das südost-asiatische Land zählt zu den ärmsten Ländern der Erde und ist dringend auf Unterstützung und Hilfe zur Selbsthilfe angewiesen. Die Laotisch-Deutsche Gesellschaft hat dort bereits eine Grundschule, ein Krankenhaus, einen Sportplatz und eine Pagode errichtet. Zur Zeit werden ein Gymnasium auf dem Land und das oben genannte Gymnasium Phiavat in der Hauptstadt Vientiane von Grund auf saniert. An beiden Gymnasien werden jeweils rund 1.800 Schüler mit einfachsten Mitteln unterrichtet, daher steht neben der Verbesserung der Bausubstanz auch die Ausstattung der Schulen mit Büchern auf dem Programm der Laotisch-Deutschen Gesellschaft. Die Laotisch-Deutsche Gesellschaft ist ebenso wie OeH privat organisiert und auf Spendenmittel angewiesen. Deshalb kam bei einem Zusammenreffen zwischen mir und meinem ehemaligen Arbeitskollegen Herrn Roland Neuber, dem Geschäftsführer der Laotisch-Deutschen Gesellschaft, recht schnell die Idee auf, sich gegenseitig zu unterstützen. Da die Projektziele mit den Förderzielen von OeH (Nachhaltigkeit, Hilfe zur Selbsthilfe, Erzielung einer Breitenwirkung mit geringen Mitteln, Kontrollmöglichkeiten vor Ort möglichst über persönlich bekannte Ansprechpartner) übereinstimmten, wurde mein Projektvorschlag zügig von den Mitgliedern angenommen. Am 1.12.2006 durfte ich dann im Auftrag des Verein Herrn Ludwig Neuber aus Ruppichteroth, Rektor im Ruhestand, Ehrenbürgermeister und Kreistagsabgeordneter der Gemeinde Ruppichteroth, Neubürgerbeauftragter des Rhein-Sieg-Kreises und Vorsitzender der Laotisch-Deutschen Gesellschaft, insgesamt 5.000 Euro übergeben.

Nutzen und Ausblick

Mit dem Geld konnten Musikinstrumente für eine Schulband und eine Computeranlage mit Braille-Drucker zur Erstellung von Lehrmitteln in Blindenschrift angeschafft werden. Es freut mich sehr, dass das Projekt erfolgreich ist und in Laos als Modellprojekt gilt. Zur Zeit prüfen wir zusammen mit der Deutsch-Laotischen Gesellschaft, ob sich das Konzept des "integrierten Unterrichtes" von blinden und anderweitig behinderten Schülern auf weitere Schulen im Land übertragen lässt. Behinderte Schüler haben sonst kaum Chancen auf Bildung. Ihnen droht eine Zukunft als Bettler. Sie sind somit weiterhin auch auf unsere Unterstützung angewiesen, und wir hoffen, weitere Spenden für dieses Projekt akquirieren zu können.

OeH-Mitglied Dr. Patrick Sandmann (links) und Ludwig Neuber, Vorsitzender der Laotisch-Deutschen Gesellschaft, bei der Spendenübergabe.
OeH-Mitglied Dr. Patrick Sandmann (links) und Ludwig Neuber, Vorsitzender der Laotisch-Deutschen Gesellschaft, bei der Spendenübergabe.