Hilfe, die allen zugutekommt

In Ecuador lernte OeH-Gründungsmitglied Christian Seilnacht 1998 zwei wohltätige und sehr aktive Patres kennen. Nun hilft Officium et Humanitas e.V. bereits seit zehn Jahren kranken Kindern.

Der mittlerweile verstorbene Mitinitiator des Kinderkrankenhaus-Projektes Pater Vidal Gutierrez mit einem im Kinderkrankenhaus versorgten Kind.
Der mittlerweile verstorbene Mitinitiator des Kinderkrankenhaus-Projektes Pater Vidal Gutierrez mit einem im Kinderkrankenhaus versorgten Kind.

Fast parallel zur Südafrikareise der OeH-Gründer Matthias Buck und Thilo Kröber befand sich ein anderes Gründungsmitglied von OeH ebenfalls auf Reisen durch ferne Länder und Kulturen. Ende 1998, während eines mehrwöchigen Aufenthaltes in Ecuador, lernte Christian Seilnacht dort neben der spanischen Sprache auch die zahlreichen Entwicklungsprojekte zweier katholischer Priester kennen. Der spanische Pater Vidal Gutierrez sowie der deutsche Pater Peter Bretzinger aus Bruchhausen bei Karlsruhe betreuten dort mehrere Gemeinden in verschiedenen Städten des Landes und betrieben zudem zahlreiche Bildungs- und Entwicklungseinrichtungen (Kindergärten, Schulen etc.) vor Ort.

Während des Aufenthaltes von Christian Seilnacht begann zudem die Betreuung des Kinderkrankenhauses „Baca Ortiz“ in Quito durch die beiden Patres. Was mit punktuellen Besuchen einzelner kranker Kinder und der Unterstützung der betroffenen Familien in dieser schweren Zeit begann, entwickelte sich bald zu einer mannigfaltigen Unterstützung und Betreuung dieses Krankenhauses, sowohl der Kranken und ihrer Angehörigen als auch der dort tätigen Ärzte und Angestellten durch die Patres und ihre Helfer vor Ort. Als herausragende Beispiele seien hier nur die Errichtung und Einweihung einer Krankenhauskapelle sowie von Räumen zum Spielen und Verweilen der Kinder genannt. Zur Einweihung dieser landesweit einzigartigen Ludothek besuchte sogar der damalige Ministerpräsident von Ecuador das Kinderkrankenhaus.

Betreuung als Chance

In ihre Hilfe für das Krankenhaus bezogen die Patres auch andere hilfebedürftige Menschen mit ein, wodurch im Ergebnis vielen dieser Gruppen gleichzeitig geholfen werden konnte und kann: Sehr viele Frauen in Ecuador sind alleinerziehend und zugleich arbeitslos. Von Seiten der Patres wird nun einigen dieser Frauen bei entsprechender Eignung und Bereitschaft angeboten, dem medizinischen Personal in diesem Kinderkrankenhaus täglich für ein paar Stunden zu helfen und die erkrankten Kinder zu betreuen. Im Gegenzug erhalten die Frauen dafür ein monatliches Gehalt, das ihnen hilft, ihre eigene Familie zu ernähren. Zudem erfahren diese Frauen hierdurch eine Stärkung und Verbesserung ihres Selbstbewusstseins bzw. Selbstwertgefühls sowie ihrer sozialen Stellung.
Hieraus entstand ein nunmehr schon zehn Jahre anhaltendes nachhaltiges Engagement von OeH zum Erhalt mehrerer dieser Arbeitsplätze in dem Kinderkrankenhaus. Mittlerweile werden dort auch durch die Unterstützung von OeH insgesamt fünf Arbeitsplätze dauerhaft finanziert. Zuletzt konnte auch einem behinderten jungen Mann, der sich schon seit längerem um die kranken Kinder kümmerte und mit diesen spielte, anstelle eines kleinen Taschengeldes ein dauerhaftes Gehalt für seine Tätigkeit bezahlt werden. So konnte gleichzeitig erreicht werden, dass dieser junge Mann in den Genuss einer versicherungspflichtigen Tätigkeit kommt und damit auch anders als bisher eine staatliche Absicherung und Rente erhält.
Aufgrund der persönlichen Kontakte zu den Leitern und Unterstützern des Projektes vor Ort war und ist die direkte und schnelle Wirkung der Hilfeleistungen zum Wohle der Bedürftigen gesichert. Dieses Projekt ist aus Sicht von OeH ein kleines, aber feines Beispiel für die unkomplizierte Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklungsinitiative von Menschen vor Ort.

Weitergehende Hilfe

Daneben bemüht sich OeH um weitere Unterstützung dieses Krankenhauses, etwa durch die Bereitstellung von benötigten Medikamenten, die dann kostenfrei an die Kinder bedürftiger Familien ausgegeben werden (z.B. Folsäure, Schmerzmittel, Malariaprophylaxe). Vor diesem Hintergrund wurde beispielsweise eine Zusammenarbeit zwischen der Firma Biokanol/Rastatt (die Inhaberin ist ebenfalls OeH-Mitglied) und dem Kinderkrankenhaus in Quito vereinbart. Neben der potentiellen Verwendung von Restposten geht es hierbei um die Beschaffung dort benötigter Medikamente und Wirkstoffe, was allerdings durch die rigiden Einfuhr- und Zollbestimmungen merklich erschwert wird. Hier bemüht sich OeH aktuell um eine alternative Lösung dieser Problematik, unter anderem durch Kontakte zum Konsulat von Ecuador in Berlin sowie zu anderen vor Ort ansässigen und dort vom Staat anerkannten (Hilfs-)Organisationen.